Strickmuster für's Runden stricken "umrechnen"

Wer kennt das nicht: Man ist auf der Suche nach einem schönen Strickmuster, weil man irgendetwas wie z.B. Socken, Stulpen usw. 'in der Runde' stricken will.  Jaaa.. und dann fängt es auch schon an. Wie bekomme ich das jetzt hin?   *o*

Viele Strickerinnen wissen wie das geht - viele aber auch nicht, und für genau diese möchte ich hier erklären, wie man (fast) jedes ..oder doch auch jedes Muster "umrechnen" kann, um es in Runden stricken zu können.

Ein paar Zeilen vorweg: Gerade beim stricken mit einem Nadelspiel sehen die Muster (vor allem Lochmuster) hinterher oft nicht ganz genau so aus, wie beim 'Hin-und-Her' Stricken. Das liegt dann daran, dass man oft mit den Maschenzahlen nicht hinkommen würde, da diese ja auf 4 Nadeln verteilt sind.. Es fehlen ja die Randmaschen jetzt.

Rede ich Kauderwelsch? Ich hoffe, ihr könnt mir folgen und wisst, was ich meine. Falls nicht -gleich wird alles klarer. :D ..hoffe ich.. ;)

Ich hatte da ein hübsches Lochmuster gesehen und wollte das gern' für ein paar Socken nehmen. Im Normalfall, also für's Reihen stricken, erfordert das Muster eine Maschenzahl teilbar durch 6 +1 Das "plus 1" bezieht sich ja auf den Rand/die Ränder des Strickstückes.

Da wir ja jetzt beim Rundstricken keinen Rand haben, werden die + .. Zahlen also weggelassen.
Hier passiert es dann vor allem bei Lochmustern, dass diese in der Runde gestrickt etwas anders aussehen..

Hier mal ein Beispiel in Bildern:

Ajourmuster in Reihen gestrickt
Ajourmuster in Reihen gestrickt
Das Muster mit Randmasche/n in Reihen gestrickt (oben).
                                     
Ajourmuster in Runden gestrickt
das Ajourmuster in Runden gestrickt
..und hier dann in Runden ohne Randmasche/n gestrickt (oben).

Ganz klar ein Unterschied - mir gefällt es aber trotzdem ganz gut und bevor ich es mir antue, unterschiedliche Maschenzahlen auf den Nadeln zu haben, Überzüge, zus.gestrickte Maschen etc. über 2 Nadeln machen zu müssen, stricke ich das Muster entspannt so weiter.  ^.^

Mittlerweile habe ich auch gelernt, wie man mit Rundstricknadeln Socken & Co strickt, ich stricke aber gern' mit dem Nadelspiel ..  

in Runden gestricktes Ajourmuster
in Runden gestricktes Ajourmuster
Hier könnt ihr es ein wenig besser erkennen. Es lässt sich auch korrekt so in der Runde stricken, dass es hinterher aussieht wie auf dem Bild ganz oben - dazu braucht es dann aber unterschiedliche Maschenzahlen auf den Nadeln (um die Ränder zu "simulieren") und man hat evtl. hinterher Socken, die nicht passen. Es wird zu kompliziert ganz einfach - und Spaß machen soll es ja auch noch. 

Genug 'drum-rum' geredet, jetzt kommen wir zur eigentlichen Sache. Wie geht das jetzt also mit dem Umrechnen von Strickmustern?

Es ist einfacher als ihr vielleicht denkt: 

Als Faustregel gilt schonmal, dass ihr die "+ soundsoviel" Maschen weglassen müsst, da ihr ja für's Rundstricken keine Ränder/Kanten braucht.

Beispiel: Für ein Muster benötigt ihr  9 +4 Maschen. Lasst die  +4 Maschen weg. Ihr benötigt nur 9 Maschen.
Immer die Zahl/en nach dem + weglassen.

Jetzt könnt ihr das Muster wie es beschrieben wird stricken nur ohne die + ... Maschen.
Ihr strickt also immer nur die in den * und * angegebenen Maschen. Die M. davor und/oder dahinter nicht.
Wenn es jetzt z.B. beim Reihen stricken heisst: Eine Reihe rechts, eine Reihe links - um also auf der Vorderseite ein glatt rechtes Muster zu bekommen, strickt ihr in Runden dafür immer nur rechte Maschen.

Ihr strickt in der Runde die Maschen also immer einfach nur so, wie sie am Ende auch auf der Vorderseite erscheinen sollen.

Weiteres Beispiel: Ihr wollt ein Kraus-Rechts-Muster erhalten. Beim Reihen stricken würdet ihr jetzt jede Reihe rechts abstricken..
Beim Runden stricken würdet ihr auf diese Weise aber ein Glatt-Rechts-Muster bekommen. Also müsst ihr jetzt eine Runde rechte Maschen stricken und darauf dann eine Runde linke Maschen stricken.. Ihr macht also immer in der zweiten Runde (die eigentliche Rück-Reihe) beim Runden stricken genau das, was ihr hinterher als Ergebnis vorne sehen wollt - die Arbeit wird ja nicht gewendet.

Wenn es nun heisst: ..."in den Rückreihen die Maschen stricken, wie sie erscheinen"?

Dann macht ihr genau das beim Runden stricken auch. Wenn ihr in Runden strickt, ist die 2. Runde immer die eigentliche Rück-Reihe..

Merkt euch ganz einfach:
Macht beim Runden stricken immer das, was ihr hinterher vorne sehen wollt. Nochmal ein Beispiel: Ihr möchtet ein Glatt-Rechts-Muster beim Reihen stricken erhalten. In der Hinreihe würdet ihr rechte Maschen stricken - in der Rückreihe dann linke.. um vorne glatt rechte Maschen zu sehen.
Beim Runden stricken strickt ihr also in der "Rückreihe" (die 2. Runde) auch wieder rechte Maschen...da ihr ja nichts wendet..

So, im Großen und Ganzen war es das schon. Probiert einfach aus. Wenn euch ein Muster gefällt, strickt ein kleines Probestück in Reihen. Legt es zur Seite und strickt das Muster mal in Runden.. so könnt ihr sehen, wo evtl. Unterschiede sind und warum..Man kann sich's besser vorstellen. Ihr bekommt das heraus - wenn man's vor sich liegen hat klappt es am Besten.

Viel Spaß beim testen .. :D

1 Kommentar :

  1. Vielen Dank für die tolle Erklärung. Ich habe mir auch schon ein Muster ausgesucht an dem ich das ausprobieren werden. Es soll ein Loopschal in Runden werden. Liebe Grüße Kate

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